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Besuch der Tierstation Esperanza in Spanien

Jacky besucht im Dezember 2016 die Tierstation Esperanza in Spanien. Was sie hier erlebt hat, hat sie in einem Bericht aufgeschrieben:

Am letzten Mittwoch durfte ich gemeinsam mit meinem Freund die Tierstation Esperanza besuchen. Sie liegt in Pizarra, ca. 30km von Málaga. Im Vorfeld hatte ich Kontakt mit Mike aufgenommen, einem deutschen Mitarbeiter der Tierstation. Er holte uns vom Bahnhof ab und zeigte uns die Station, in der wir natürlich direkt freudig von allen Vierbeinern begrüßt wurden. Das Gelände ist riesengroß und auf einem Berg mitten in der Natur gelegen, sodass sich niemand durch das Bellen der Hunde gestört fühlen kann. Die Tierstation gibt es nun seit 15 Jahren. Zu Beginn lebte der Leiter der Station in einem Wohnwagen auf dem Grundstück. Dann begann er, zu bauen und mittlerweile leben einige der Mitarbeiter der Tierstation auf dem Grundstück. Es gibt zudem 2 Gästezimmer für bis zu 4 Personen, in denen freiwillige Helfer und Tierärzte untergebracht werden können. Es kommen regelmäßig Tierärzte aus dem Ausland, die ehrenamtlich Kastrationen und andere Behandlungen im vorhandenen OP-Saal direkt vor Ort durchführen. Die Hunde und Katzen sind in Gruppen in verschiedenen Gehegen untergebracht, die sehr viel Auslauf bieten, sodass die Tiere dort toben und sich auslasten können. Hinzu kommt eine Quarantänestation, in der die Tiere untergebracht werden, die sich in Behandlung befinden oder die gerade erst kastriert wurden. Leider gab es im Team vor kurzem einen Todesfall, so dass aktuell vieles neu organisiert werden muss. Daher leben momentan ca. 20 Hunde und 20 Katzen dort, in der Regel sind es aber noch mehr Tiere. Sie wurden entweder auf der Straße gefunden oder aus regionalen Tierheimen übernommen, die teilweise über 700 Hunde und Katzen beherbergen. Da es in Spanien viele Tierheime gibt, die die Tiere nach dem Ablauf einer Frist einschläfern lassen (Perreras), ist es sehr wichtig, dass es Einrichtungen wie die Tierstation Esperanza gibt, die die Tiere bei sich aufnehmen und in ein gutes Zuhause vermitteln. Die Tiere werden hier nicht per Internet vermittelt, sondern kommen in Vermittlungsstellen in der Schweiz und teilweise in Deutschland. Dort können die Hunde und Katzen dann besucht werden, man kann ein paar Mal mit den Hunden Gassi gehen und sich dann für den richtigen Begleiter entscheiden.

Der Schwerpunkt derArbeit der Tierstation Esperanza liegt allerdings auf den Kastrationsaktionen, um damit langfristig zu helfen und zu vermeiden, dass sich die Hunde und Katzen unüberschaubar vermehren. Die Wirtschaftskrise hat die Situation in Spanien noch verschlechtert und es werden mehr Tiere denn je abgegeben, ausgesetzt und eingeschläfert. Auch nach der Weihnachtszeit kommen viele Hunde und Katzen in die Tierheime, da zu Weihnachten gerne Tierbabys verschenkt werden, die abgegeben werden wenn sie zu groß werden. Durch diese Zustände werden pro Jahr hunderttausende Tiere getötet. Der Weg der Einschläferung ist hierbei noch der sanfteste. In der Tierstation leben auch viele Tiere, die verletzt am Straßengraben oder in Mülltonnen gefunden wurden. Wenn gerade keine Tierärzte aus dem Ausland da sind, werden die Kastrationen von ansässigen Tierärzten zu Tierschutzpreisen durchgeführt. Die Tierstation nimmt auch Tiere aus anderen Vereinen auf, um sie zu kastrieren und sie dann nach einer Zeit in der Quarantänestation wieder an die Vereine zurückzugeben. Zu den Hunden und Katzen, die zur Vermittlung stehen gesellen sich noch bis zu 10 Hunde die dauerhaft in der Tierstation leben und sich deshalb auf dem Gelände frei bewegen können. Dies sind oft Hunde mit Handicaps oder Krankheiten, die dadurch schlechte Vermittlungschancen haben. Außerdem leben in Pizarra 2 Schafe, 9 Wildkatzen und einige Hühner. Sie leben alle zusammen und es war wahnsinnig toll zu sehen, wie super das funktioniert  Der Besuch in der Tierstation Esperanza war sehr schön und eindrucksvoll, Mike hat uns bereitwillig alles erzählt und gezeigt und war super nett. Es ist ein gutes Gefühl zu sehen, dass viele Tierschützer vor Ort ihr Bestes geben, um den Tieren zu helfen und ihnen eine schöne Zukunft zu ermöglichen. Den Tieren, die das Glück haben, in der Tierstation Esperanza aufgenommen zu werden, geht es dort wirklich sehr gut und sie haben ein wahnsinnig tolles Gelände, auf dem viel Platz ist und sie nicht in kleinen Zwingern eingefercht leben müssen. Die Tierstation Esperanza finanziert sich durch Spenden und sie unterstützen ihrerseits von diesen Spenden kleinere Vereine in der Umgebung, die teilweise große Probleme haben, die wichtigen Scaliborbänder zu finanzieren. Diese Halsbänder halten Sandmücken von den Tieren fern, durch die u.a. die Mittelmeerkrankheit Leishmaniose übertragen wird. Die Mitarbeiter der Tierstation leisten wirklich tolle Arbeit und der Besuch der tollen Anlage mitsamt der herzlichen Betreuung durch Mike wird mir noch lange in freudiger Erinnerung bleiben.